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COVID-19 | Nothilfe in Nepal

Allein bei Kindern hält UNICEF bis zu 4.000 Todesfälle innerhalb von 6 Monaten in Nepal als Folge des landesweiten Lockdowns für möglich. Grund sei ein unzureichender Zugang zu der bereits unter normalen Umständen schlechten Gesundheitsversorgung, welche nun zusätzlich geschwächt werden könnte. So zu lesen in der Kathmandu Post vom 13. Mai 2020. Die Hoffnung, dass die Bevölkerung des Himalaya-Staates aufgrund ihrer Altersstruktur glimpflich davonkommen könnte, denn mehr als 94% der knapp 30 Mio. Einwohner sind unter 65 Jahre alt, wird unter anderem dadurch wieder relativiert, dass beinahe jeder zweite Mykobakterien (Tuberkuloseerreger) in sich trägt und sich in Verbindung mit einer TBC Erkrankung die Anfälligkeit für die Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 sowie dem Schweregrad einer möglichen COVID-19 Erkrankung erhöhen könnte (Quelle: DAHW|“Tuberkulose in Zeiten von Corona“). 

Hygieneschulungen, Seifen und Masken 

Hygiene ist derzeit noch wichtiger für das Überleben, besonders in armen Ländern ohne umfassendes Gesundheitssystem. Trotz gravierender Einschränkungen setzen wir unsere Hilfe in Nepal in enger Abstimmung mit dem regional verantwortlichen Gesundheitskoordinator Prem Gurung in Form von Nothilfemaßnahmen fort. Im Februar ursprünglich als ein Projekt mit den Schwerpunkten auf Prävention, Untersuchung und Behandlung von Gebärmuttervorfällen initiiert,  hatten wir unsere Arbeit mit dem Lockdown ende März in Nepal vorerst unterbrochen. Bereits vorher konnte unser Team aufgrund der sich abzeichnenden Situation wichtige Maßnahmen ergreifen und innerhalb kleiner Gruppen, unter Berücksichtigung großzügiger Sicherheitsabstände, über Hygienemaßnahmen und COVID-19-Prävention informieren und so die Menschen schulen. Hygienematerial einschließlich Seife wurde kostenlos verteilt. Im Rahmen des Projektes und eines weiteren Hilfstransportes wurden 9.000 Seifen und Masken, die in Verbindung mit entsprechenden Schulungen vom Personal der lokalen Health Posts verteilt wurden, in die abgelegene Chumnubri Region geschafft.

Nahrungsmittel zur Regenzeit

Die Menschen im ländlichen Raum Nepals versorgen sich hauptsächlich selbst, kaufen je nach Erntesituation, Höhenlage und Anbaumöglichkeiten Nahrungsmittel zu und bringen eigene Erzeugnisse zum Markt. Was unter normalen Umständen bereits schwierig ist, gerät unter den Rahmenbedingungen der Corona-Krise völlig aus den Fugen. Ein neuer Grenzstreit mit Indien befeuert die Situation zusätzlich. Nepalesische Arbeitsmigranten bringen kein Geld mehr ins Land, ebenso wenig wie der Tourismus. Lohnfortzahlung oder Kurzarbeit existieren im Wortschatz nicht, so wartet manche Lehrkraft vergeblich auf ihr Gehalt. Groß war die Herausforderung, gut fünf Tonnen Lebensmittel während der Regenzeit in die Dörfer zu transportieren, um Nothilfe zu leisten. Die Ware musste unterwegs drei Mal komplett abgeladen und neu verladen werden, weil der Traktor den schweren Hänger nicht mehr aus dem tiefen Schlamm der Off-Road Straße gezogen bekam. Projektleiter und langjähriger Freund Ridam Gurung von unserer Partnerorganisation MRDS Nepal berichtet uns, wie durch die Neresheimer Unterstützung 129 Haushalte des Dorfes Swaragaun, 21 behinderte sowie 30 Alleinstehende in benachbarten Dörfern je 25 kg Reis, 2 kg Linsen, 1 kg Salz und einen Liter Öl erhalten konnten. Damit konnte 800 Menschen die große Sorge genommen werden, woher sie die Nahrung für den nächsten Tag herbekommen sollten.

Hilfe auf dem Rücken von 63 Eseln

Mitte August erreichten erneut Nahrungsmittel auf dem Rücken von 63 Eseln die Manaslu-Region. Wir helfen damit 130 Haushalten in 7 Dörfern, die besonders hart von den indirekten Auswirkungen Corona bedingter Einschränkungen betroffen sind. Die bereits dritte Nothilfe dieser Art wurde durch zahlreiche Erdrutsche und überflutete Pfade aufgrund der Regenzeit deutlich erschwert. 


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